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Final Fantasy Fortress
alle Informationen zum mysteriösen GRIN Projekt
Vor einigen Wochen erweckte Final Fantasy Fortress unsere Aufmerksamkeit. Alles begann mit einer einfachen Referenzen-Mappe eines ganz normalen Entwicklers. Dieser Entwickler war einst bei GRIN angestellt. GRIN ist ein schwedisches Entwicklerstudio, das vor einigen Monaten pleite gegangen ist. Grund dafür waren offenbar ausbleibende Zahlungen von großen Publishern. Die Mitarbeiter wurden also vor die Tür gesetzt und durften sich nach einem neuen Job umsehen. Hier kommt die eingangs erwähnte Referenzen-Mappe wieder ins Spiel. Mitte August ergänzte der ehemalige GRIN Mitarbeiter Tomislav Spajic sein Portfolio nämlich um einige Artworks.
Einige findige Menschen entdeckten auf den Artworks den Banner des kleinen Königreiches Dalmasca, der Heimat von Vaan aus Final Fantasy XII (PS2), siehe Screenshot rechts. Und schon war Final Fantasy Fortress geboren. Fortress ist laut Tomislav Spajic der Codename des Projektes. Final Fantasy ist eine naheliegende Ergänzung von Fans. Als dann mit Peter Johansson ein weiterer ehemaliger GRIN Mitarbeiter noch viel mehr Artworks veröffentlichte, drang das Projekt entgültig an die Öffentlichkeit durch.
Mit dabei waren diesmal u. a. Chocobos, wie auf dem Screenshot weiter unten links zu sehen. Dort hat ein Entwickler ein Zeltlager gezeichnet, in dem es auch kleine Chocobo-Ställe gibt. Square Enix kam bisher einmal mit GRIN in Berührung. Die Schmiede entwickelte Terminator Salvation, das von der 100-prozentigen Square Enix Tochter Taito in Japan vertrieben wurde. Schon bei der Schließung des Entwicklerstudios sagte der Co-Gründer, man hatte noch einen potentiellen Blockbuster in Entwicklung. Ein weiteres Spiel von Square Enix? Ganz offensichtlich! Doch ist Square Enix sogar schuld an der Schließung von GRIN? Kurz nach den ersten Artworks tauchten Gerüchte auf, wonach Square Enix GRIN die Entwicklung von Fortress wegen Qualitätsbedenken entzogen hat. Somit könnten GRIN wichtige Zahlungen durch die Lappen gegangen sein, die letztlich in der Pleite mündeten. Das aber sind nur Spekulationen.
Die Entwicklung eines Spiels mit dem Projektnamen Fortress, das ohne Zweifel Verbindungen zu Final Fantasy hat, kann jedenfalls niemand abstreiten. Da GRIN aber nun mal pleite gegangen ist, ist auch das Spiel in der Versenkung verschwunden. Ist es das? Nur wenige Wochen nach den ersten Artworks tauchten plötzlich Gerüchte auf, wonach sich Fortress immer noch in Entwicklung befinden soll. Dies berichtete die durchaus seriöse Website GameIndustry.biz, konnte aber keine Quelle nennen. Dazu passen allerdings aktuelle Aussagen von Square Enix Präsident Yoichi Wada, wonach man sich in Zukunft durchaus vorstellen könne, Final Fantasy Projekte auch von westlichen Studios entwickeln zu lassen. Dennoch: ob sich Fortress noch in Entwicklung befindet und ggf. wo, ist noch ein Geheimnis.
Kein Geheimnis mehr ist aber die ganz offensichtliche Verbindung zu Final Fantasy XII. Spätestens seit der dritten Fuhre von Artworks, die auch diesmal ein ehemaliger GRIN Entwickler ans Tageslicht brachte. Nachdem wir anfangs vor allem Konzept-Artworks und Enviroment-Artworks zu sehen bekommen haben, hat Joakim Hellstedt gar einige Charakter-Artworks veröffentlicht. Diesmal sind sogar Moogles und Tonberries zu sehen, jeweils in neuen Interpretationen. Ein Ashe-Artwork erhärtet zudem die Vermutung, dass Fortress in Ivalice spielt. Auf einem ihrer beiden Artworks trägt sie zudem eine Krone, wie einst König Raminas. Fortress könnte zeitlich also nach Final Fantasy XII oder gar nach Final Fantasy XII: Revenant Wings (NDS) angesiedelt sein.
Immer noch nicht genug Final Fantasy? Wie wäre es denn mit dem nachfolgenden riesigen Morbol! Er greift auf dem Artwork offenbar gerade die namensgebende Festung an und steht den riesigen Kreaturen in Final Fantasy XIII in nichts nach. Interessant ist auch das rechte der folgenden beiden Artworks. Erst beim genaueren Hinsehen sieht man nämlich eine einsame Kreatur in Rüstung in der riesigen Landschaft stehen. Sieht ungemein nach einem Richter aus, wie er auch schon in Final Fantasy XII vorkam.
Doch damit sind wir noch längst nicht am Ende. Nach diversen Artworks sickerten inzwischen sogar ganze Ablaufschemata und Planungsdokumente durch. Darauf ist zum Beispiel zu sehen, wie ein Angriff abläuft. Außerdem ist eine Art Karte aufgetaucht, die über die Kapitel im Spiel Aufschluss gibt. Offenbar hat Fortress mindestens sieben Kapitel, von denen sich die Kapitel 2 bis 7 wie folgt gestalten:
Chapter 2: Enter Fortress
Chapter 3: First Charge / Ladder Event / Centipedes / Defend Gate / Duel in Front of Gates
Chapter 4: Siege Towers & Hornets / Big Enemy through Gate / Ride the Chocobos / Run with Bombs / Courtyard Fight / Friendship Duel
Chapter 6: Saving Grahm / Boarding the Floating Core
Chapter 7: Rush Out on Ice
Zudem gibt es sogar Skizzen. So zum Beispiel zu den Kosten für bestimmte Aktionen. Nicht nur, dass die nachfolgende Skizze diese Kosten zeigt, sie zeigt natürlich auch die Aktionen. Der Charakter kann springen, sich von fliegenden Objekten herablassen oder Granaten werfen. Außerdem scheint es einen Shadow Modus zu geben, in dem man weitere Aktionen ausführen kann. Ein Shadow Run ist zum Beispiel zu sehen. Eine andere Skizze zeigt die erfolgreichen oder erfolglosen Möglichkeiten, wie ein Angriff ausgehen kann. Der positive Ausgang ist natürlich ein Treffer. Im negativen Fall kann der Gegner, wenn es seine Größe ermöglicht, aber auch zugreifen. Und den Charakter locker in einer Hand halten.
Wenn ihr inzwischen bis an diese Stelle gelesen habt, seit ihr vermutlich zumindest interessiert an Final Fantasy Fortress. Dann interessiert euch vermutlich auch das folgende Video. Es ist als "Tech Demo" zu Fortress betitelt. Die Echtheit muss man natürlich in Frage stellen. Allerdings scheinen die Szenen auch aus keinem anderen Spiel zu stammen. Sonst hätte wahrscheinlich längst jemand im Internet aufhorchen lassen. Das Video zeigt einige Artworks und dann auch bewegte Szenen. So ist zum Beispiel zu sehen, wie der Spieler von einem riesigen Golem geschlagen wird und je nach Einschlagwinkel unterschiedlich den Abgang macht. Zudem reitet der Spieler auf einem Chocobo durch die Landschaft und verschießt Pfeile mit seinem Bogen. Ebenfalls interessant ist, dass der Ersteller des Videos Fortress für PC, Xbox 360 und PS3 ankündigt. Davon war bislang nie die Rede.
Ob wir bald mehr von diesem Spiel hören werden? Zumindest scheinen in feiner Regelmäßigkeit Neuigkeiten durchzusickern. Auch wenn diese natürlich nicht offiziell sind und wir davon ausgehen müssen, dass Fortress zusammen mit dem schwedischen Entwicklerstudio GRIN untergegangen ist. Dennoch ist in diesem Zusammenhang eine Aussage von Square Enix Präsident Yoichi Wada interessant.
In einem Interview mit der britischen Edge räumte Yoichi Wada nämlich ein, dass er westlichen Entwicklerstudios durchaus vertraut und sich vorstellen kann, dass selbst ein wichtiges Spiel wie Final Fantasy irgendwann von westlichen Entwicklern erstellt werden könnte. Das sei einer der "möglichen Wege", so Wada. Allerdings relativiert er: "Es ist nicht etwas, auf das wir komplett überschwenken würden. Es gibt immer die Möglichkeit, dass Final Fantasy mithilfe des Inputs unserer westlichen Entwickler produziert und von unseren japanischen Entwicklern überwacht wird". Als Wada von Vertrauen sprach, sprach er wohl nicht von GRIN.Sonst hätte Square Enix den Entwicklern das Projekt nicht entzogen. Aber es halten sich wacker die Gerüchte, dass Fortress bei einem anderen westlichen Entwickler weiterentwickelt wird. Square Enix hat dank der Übernahme von Eidos diesbezüglich einige einfache Optionen...